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Korshid lebt mit seiner Mutter in einem kleinen Dorf in Tadjikistan inmitten einer atemberaubend farbenprächtigen Landschaft. Doch Korshid kann diese Farben nicht sehen, er ist blind. Korshid nimmt die Welt durch ihre Gerüche und mit seinen Händen wahr: mit seinem unglaublich feinen Gehör kann er sogar die Stimmung von Bienen und Fliegen an ihrem Summen erkennen. Seine große Liebe gehört jedoch der Musik. Er arbeitet als Instrumentenstimmer in der Stadt. Täglich bringt ihn seine Freundin Nadereh, die ihm ”ihre Augen leiht”, zur Arbeit. Die Geräusche der Stadt, vor allem das Treiben auf den Basaren, ziehen ihn immer wieder in den Bann. Zum Unwillen seines alten Meisters kommt er so ein ums andere Mal zu spät zur Arbeit. Eines Tages hört er Beethovens fünfte Sinfonie. Fasziniert folgt er dem Musiker durch die Straßen. Als er daraufhin seine Arbeit verliert, macht er sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen Musiker...

Mohsen Makhmalbaf, der im Iran wegen seiner Kritik an der Regierung immer wieder der Filmzensur unterworfen war, hat seinen jüngsten Film in Tadjikistan gedreht. Wegen der persischen Sprache, die dort noch immer die kulturelle Identität des Landes bestimmt, vor allem aber wegen des Farbenreichtums, der das Land und vor allem die Kleidung der Frauen prägt. Wie schon in seinem früheren Meisterwerk GABBEH gestaltet Mahkmalbaf auch DIE STILLE zu einem rauschhaften Fest der Farben. Da er an die befreiende Kraft der Kunst glaube, sagt Makhmalbaf, bewege sich sein Filmschaffen hin zu einem poetischen Kino.

Buch und Regie: Mohsen Makhmalbaf

D.: Tahmineh Normatova, Nadereh Abdelahyeva, Golgini Ziadolahyeva

Iran/Tadjikistan/Frankreich 1998 - 76 Min. - 35mm Farbe

Iranische Originalfassung mit deutschen Untertiteln