Modest Reception
Die Macht des Geldes

Ein seltsames Paar, Leyla und Kaveh, sie mit kecker Strickmütze, er mit Gipsarm, kurven im Geländewagen durch eine abgelegene Gegend und haben ihren Kofferraum gefüllt mit Plastiktüten voller Geld. Dieses wollen sie an Menschen in den Bergen verteilen, die von Bombenangriffen heimgesucht wurden. In wessen Auftrag sie handeln, woher das Geld stammt und wer die beiden sind, weiß niemand so recht. Nachdem das Paar einen Soldaten an einer Straßensperre mit Geld überhäuft hat, so dass er glatt die Kontrolle vergisst, besuchen sie einen alten Mann, der in einer improvisierten Bleibe in einem Steinbruch haust. Der will kein Geld, er habe alles, was er brauche. Es folgen weitere Begegnungen, doch die Menschen trauen den scheinbaren Wohltätern nicht. Immer absurder werden die Bedingungen, die die beiden Spender an ihre Gabe knüpfen, immer neue Tricks müssen sie sich einfallen lassen, um das Geld loszuwerden. Sie demütigen und treiben Funny Games. Bis sie irgendwann zu weit gehen, und aus einem zynischen Spiel bitterer Ernst wird…

MODEST RECEPTION ist ein Film, der uns mit seiner Wucht packt. Eine bitterböse Satire über Geld, Verführung und Moral und nach „Nader und Simin“ ein weiteres Beispiel der ungeheuren Erzählkraft des aktuellen iranischen Kinos.

„Die Story ist scheinbar simpel, und doch werden die Situationen immer skurriler und unglaublicher. Der Film kritisiert die Rolle, die Geld in der heutigen Gesellschaft angenommen hat, und geht immer weiter, um zu zeigen, was Menschen für Geld zu tun bereit sind. Was als lustiges, absurdes Roadmovie beginnt, wird bald zu einer immer kühler werdenden Reise ins Ungewisse, auf der die Beteiligten jegliche Kontrolle über sich selbst und die Situation, in der sie sich befinden, zu verlieren drohen. Der Zuschauer wird Zeuge eines gefährlichen moralischen Spiels, dem sich niemand entziehen kann.“ (outnow.ch)

„Ein starkes Stück Kino: aggressiv, bitterböse, verzweifelt. Wahrere Geschichten aus diesem Land lassen sich zurzeit vielleicht kaum erzählen. Und dennoch kennt MODEST RECPTION Erbarmen mit seinen zynischen Helden. In einer gespenstischen Nachtszene wird das reiche Paar seinerseits gedemütigt und gewinnt in der Verkehrung der Verhältnisse seine Menschlichkeit zurück. So straft Haghighi auch uns Westler Lügen, die sich gern einen einfachen Reim auf die Verhältnisse im Iran machen wollen.“ (Christiane Peitz, Berliner Zeitung)


Iran 2012, 100 Min.

Buch und Regie: Mani Haghighi

Kamera: Houman Behmanesh

Darsteller: Taraneh Alidoosti, Mani Gaghighi, Saeed Changizian

Originalfassung (Farsi) mit deutschen Untertiteln

 


Bundesstart: 27. Juni 2013